Vixen Polarie und Sigma Art 50 mm 1.4 mein erster Eindruck

Posted on Mai 15, 2018 in Techniques | No Comments

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Eigentlich war ich der festen Überzeugung , ich werde mir niemals eine Nachführung zu legen. Nicht wegen den Bildern , welche dabei entstehen , diese faszinieren mich sehr. Sondern weil ich ungerne noch mehr in meinen Rucksack packen möchte , und lieber das Gewicht zu Gunsten eines Gasbrenner für ein leckeren Kaffe in den Bergen einsetze. Obwohl die Vixen Polarie nicht viel wiegt , zählt in den Bergen jedes Kilogramm.

Was soll ich sagen , nun ist es doch anders gekommen , durch ein super Angebot welches ich per Zufall bekam , konnte ich der Versuchung nicht widerstehen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Herr Wyss von ProAstro Zürich , welcher mir gar an seinem Ruhetag die Pforten zu seinem Astro Paradies geöffnet hat. Dann noch rasch ein neues Sigma Art 50 mm 1.4 geholt , und alles war gut für diesen Tag.

Ich habe zwar schon ab und an meine Kamera auf Nachführungen von Kollegen gehabt. Doch die Spannung stieg von Tag zu Tag , um das neue Spielzeug endlich Testen zu können. Jedoch war nur matsche Wetter angesagt. Paar Tage später , so um Mitternacht schaute ich aus dem Fenster , und es bildeten sich Löcher in der Wolkendecke. Rasch die Ausrüstung gepackt , und paar Kilometer raus gefahren , angekommen und es war schön klar. Das einordnen der Vixen Polarie , geht so was von schnell und einfach , es macht einfach nur Freude. Mit 50 mm erlaubt die Polarie , eine Belichtungszeit von knapp 3 Minuten , mit meiner schnell Einordnung der Vixen Polarie , in wenigen Augenblicken. Glaubte ich , ich werde bei weitem nicht an diese Zeit kommen. Also zuerst eine Minute belichtet , die Sterne waren Punkte , zwei Minuten , immer noch Punkte , drei Minuten , nun ganz leichte Striche. Also auf zweieinhalb Minuten runter , und die Sterne waren wieder Punkte. Schon mal sehr zufrieden das die Polarie so ein klasse und unkompliziertes Teil ist , wollte ich nun das Sigma Art 50 1.4 genauer unter die Lupe nehmen. Das Sigma Art Objektive sehr gut sind , muss man nicht mehr grossartig erwähnen. Mir ging es auch mehr um die Coma , also losgelegt mit der Testreihe , f1.4 wie zu erwarten sehr grobe Coma , f1.8 deutlich weniger aber immer noch heftig , ab f2.0 langsam wird es was , und bei f2.8 für mich akzeptabel in der 100 % Ansicht. Kauft man dieses Objektiv , weil man die f1.4 für Sterne wirklich braucht , könnte man entoschen davon sein , und ist gezwungen Panoramas zu machen um die Coma loszuwerden , was jetzt auch kein Weltuntergang wäre. Für meinen Einsatzzweck mit der Polarie ist die f2.8 ok , und die geplanten Kameraeinstellungen , für die Milchstrasse gesichert.

Hier drei 50 % Crops , wie es mit den Coma aussieht. Blende 1.4 lassen wir mal aussen vor , das sieht gruselig aus , von Oben nach Unten f1.8 , f2.2 , f2.8.

Sigma Art 50 Coma bei 1.8

Sigma Art 50 Coma bei 1.8

Sigma Art 50 Coma bei 2.2

Sigma Art 50 Coma bei 2.2

Sigma Art 50 Coma bei 2.8

Sigma Art 50 Coma bei 2.8

Paar Tage später , einigermassen klare Nächte waren angesagt. Milkyway Time , los ging es an einen dunkeln Ort. Der Wind pfiff mir ordentlich um die Ohren , was mich zweifeln lies , ob es etwas werden wird , in dieser Nacht mit der Vixen Polarie. Die Ausrüstung aufgebaut , und wieder , es ist einfach herrlich unkompliziert die Vixen Polarie einzuordnen. Die Milchstrasse tauchte langsam auf und es ging los. Trotz Wind waren Belichtungszeiten von zwei Minuten problemlos möglich , die Sterne waren Punkte und die Bilder ordentlich scharf. Ok , das die Ausrüstung stabil steht , und dies auch bei Wind , ist meinem nicht ganz leichtes Manfrotto Stativ , und den Arca Swiss Kugelköpfen zu verdanken. Ich Arbeite hier mit zwei Arca Swiss Monoball , also auch ein ordentlicher Kugelkopf an der Vixen Polarie. Auch wenn dieser für die Polarie ein grosses Zusatzgewicht bedeutet , sehe ich es nicht ein , einen Spielzeug Kugelkopf an der Polarie zu verwenden , ich will einfach Stabilität. Hier ist aber auch mein einziger Kritikpunkt an der Polarie , die fixe Schraube für den Anschluss des Kugelkopf ist nur 1/4 Zoll , die Kugelkopfgewinde jedoch meistens 3/8 Zoll , bedeutet man muss ein Gewindeadapter einschrauben um das Gewinde am Kugelkopf zu verkleinern. Aus meiner Sicht ein absoluter Hirnriss in der Konstruktion. Dieses Detail werde ich in nächster Zeit selber umbauen an meiner Polarie , und dann ist sie Perfekt. An die Polarie , hänge ich bis zu 3 Kg , und sie wird problemlos damit fertig , wenn man ihr paar Minuten Anlaufzeit zugesteht. Die Vixen Polarie ist auf jeden Fall ein super Produkt , von der Verarbeitung bis zur Handhabung macht die Polarie Spass. Sie wird nun ein fester Bestandteil meiner Fotografie , und auch bei meinen Workshops , den Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

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Nun wieder zum Sigma Art 50 1.4 , die sauber nachgeführte Milchstrasse , strahlte mich vom Kameradisplay an , und ich war begeistert von der Klarheit und der Schärfe.

Vixen Polarie Sigma Art 50 mm

Vixen Polarie Sigma Art 50 mm

Ich verzichtete auf weitere Schüsse für ein Stacking , da ein bisschen Dunst aufzog , und machte mich an die Langzeitbelichtung für die Landschaft. Hier machte sich ein wenig Enttäuschung breit , bei dem was ich auf dem Display sah. Ok es war ein bisschen Dunst in der Luft , aber das Bild wirkte flau , und überhaupt nicht so wie ich mich das gewohnt bin. Ich mache extreme Langzeitbelichtungen um die wunderschönen Farben der Nacht klaar in einem gewissen Glanz auf das Bild zu bekommen. Jedoch das Sigma liefert nicht das gewünschte Ergebnis. Obwohl es ein grosses schweres Objektiv ist , in dem auch viel Glas verbaut ist. Pro Objektive von Nikon als auch Pro / Top Pro Zuiko Olympus Objektive liefern da ein ganz anderes Resultat , sprich eine viel bessere Farbauflösung in dieser Disziplin. Bei der Bildbearbeitung bestätigte sich der Eindruck , wo ich normalerweise nur den Weissabgleich setze und sehr wenig an der Sättigung drehe , ging ich hier schon für meine Verhältnisse heftig mit den Reglern ans Werk , jedoch ohne nur annähernd auf das zu kommen , was ich normal schon aus der Kamera habe. Es fühlte sich sehr komisch an , zwar entstand ein schönes Bild , aber es fühlte sich nicht an wie mein Bild. Ich tendierte schon zum Verkauf des Sigma , um dann ein Nikon 58 mm 1.4 zu holen. Ich gab dem Bild aber erst noch ein paar Tage Zeit , um Reaktionen zu sammeln und ob sich mein Eindruck verändert. Die Reaktionen waren sehr positiv , mein Eindruck wollte aber erst nicht so richtig. Nun zwei Wochen nach der Erstellung des Bildes , gefällt es mir langsam immer besser , ich betrachte es an verschiedenen Monitoren von EIZO bis Apple , und es stellt sich eine gewisse Zufriedenheit ein.

Vixen Polarie Sigma Art 50 mm

Vixen Polarie Sigma Art 50 mm

Ja , es ist immer noch ein anderer Farbeindruck , vielleicht schraube ich in der Zukunft einfach mehr an den Farben , oder belichte noch länger für mehr Glanz. Aber 50 mm ist auch eine ganz andere Bildsprache als extrem Weitwinkel , und daher dürfen die Bilder auch anders wirken. Dieses Objektiv wird auch nicht nonstop zum Einsatz kommen , sondern gezielt um Ideen zu verwirklichen welche mit dem Weitwinkel komplett anders , distanziert wirken. Ich gebe dem Sigma jedenfalls noch ein bisschen Zeit , vielleicht mögen wir uns ja auf einmal und werden gute Freunde. In paar Monaten , werde ich hier ergänzend Berichten.

Ein kleines Fazit zum Sigma Art 50 1.4 , dieses Objektiv ist top verarbeitet , es ist sehr gross und schwer , viel Material wurde verarbeitet für ein 50 mm , jedoch mag ich das. Es macht an der Nikon d750 und d810 einen ausgewogenen Eindruck. Und es lässt sich sehr gut damit arbeiten. Meine Kritik ist meckern auf hohem Niveau , die Schärfe ist selbst bei f.1.4 bis in die Ecken ok , bisschen abgeblendet top. Coma , welches Objektiv hat keine Coma , von dem her bin ich zufrieden. Die Farben , resp Farbauflösung in der Nacht , das ist einfach mein Eindruck , da ich mich anderes gewohnt bin , und das wohl nur mein persönliches Empfinden ist.

Ich hoffe Du konntest etwas mitnehmen aus diesem Text , und ich würde mich natürlich sehr über einen Kommentar freuen.

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